Donnerstag, 14. August 2008

Bogen

Der Bogen ist derzeit auch ohne Sehne ein richtiger Bogen, weil das Holz beim Trocknen unterschiedlich stark geschwunden ist. Das Kernholz stärker als das Splintholz. Daher ist der nach innen (der Fachmann sagt "deflex") zusammengebogen. Vielleicht verhält sich das nur bei Eibe so, vielleicht ist das eine allgemeine Tatsache beim Holz. Jedenfalls muss man wohl eigentlich den "Stamm" oder Ast erst im Ganzen trocknen lassen, und dann erst kann man anfangen, diesen aufzutrennen.
Aber egal, nun ist es einmal so gekommen und ich muss sehen, wie ich trotzdem noch das Beste draus mache.
Ich will die nach innen (oder hinten) gebogenen Enden nun in die andere Richtung (reflex anstelle von deflex) biegen. Da das Holz noch nicht richtig trocken ist, kann ich das mit kochendem Wasser bewerkstelligen. Nur welches Gefäß kann ich dafür nehmen, das praktisch den halben Bogen aufnimmt und dann noch wasserdicht ist und schmal genug, damit so wenig wie möglich Wasser zum kochen gebracht werden muss.
Ich hatte die tollsten Ideen, und weil die Lösung am Ende sehr einfach ist, sollen die Ideen hier präsentiert werden: Zuerst habe ich mir einen Bräter ausgeliehen. Der sah zwar ganz schön groß aus, aber beim Dranhalten war schnell klar, mehr als die Enden bekommt man da nicht hinein. Dann habe ich nach allen möglichen Blecheimern im Haushalt gesucht und nur einen Gefunden, der aber einen Durchmesser von 30 cm hat und über 40 cm hoch ist, also etwa 12 Liter Wasser fasst. Danach wurde es immer aufwändiger: Ein Stück Rohr und ein Blech mittels Schweissen zu einem primitiven Topf verbinden lassen, ein Plastik-Fallrohr mit Endstück versehen und mit Silikon abdichten und das Wasser dann mit einem Tauchsieder zum Kochen bringen, der natürlich das Holz und die Plastik-Wand nicht berühren darf. Nun ja, die Verzweiflung stand mir vermutlich schon ins Gesicht geschrieben.
Letztenendes ist es ganz einfach: Wir haben einen relativ stylishen Blech Mülleimer. Der hat einen Außeneimer, an dem die ganze Tret-Klapp-Mechanik befestigt ist und einen wasserdichten Inneneimer. Und den werde ich für meine Zwecke einsetzen. Zwar wird die Familie dann immer mal wieder für etwa 1 Stunde ohne Inneneimer leben müssen (und dafür entschuldige ich mich hiermit aufs Herzlichste bei meiner schönen Freundin und den Kindern), aber im Gegenzug versetzt es mich dann in die Lage, beim Ausbruch irgendwelchen Bürgerkriegs oder dem Einsetzen massiver Völkerwanderungen aus den armen Teilen der Erde, unser Hab und Gut gegen mordende und raubende Banden zu verteidigen. Vor allem letztere lassen bestimmt nicht mehr lange auf sich warten.

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