Mittwoch, 25. Juni 2008

Die Verschwörung

Meine Mutter glaubt einer Verschwörung der Nahrungsmittel- und Chemischen Industrie auf der Spur zu sein. Wobei die Frage ist, ob die dahinter stehenden Konzerne nicht vielleicht sogar die selben sind, also sowohl der Nahrungsmittel- als auch der Chemischen Industrie zugehörig sind.
Wie auch immer.
Die Verschwörung besteht laut meiner Mutter darin, dass der Teil, der für die Chemische Industrie zuständig ist, immer mehr Produkte vom Markt nimmt, die es dem Hobby- oder semiprofessionellen Gärtner ermöglichten, trotz weit verbreiteter Krankheiten und daher hoher Erkrankungswahrscheinlichkeit seine Pflanzen durch zu bringen.
Bestes Beispiel hierfür ist der Birnengitterrost: Hiergegen gab es bis vor wenigen Jahren ein Mittel, dass den Rost zuverlässig bekämpfte.
Der Besuch beim Gartenexperten in Köln ergab: Das Mittel existiert nicht mehr.
Selbst im Internet in einschlägigen Foren finden sich hierzu nur fragwürdige Tipps - etwa der, einen Sud aus Schachtelhalmblättern herzustellen. Wer's glaubt. Auch hier hat vermutlich das Syndikat aus Chemischer und Nahrungsmittelindustrie zugeschlagen und die echten Beiträge löschen lassen.
Ziel des ganzen ist natürlich, die autarke Lebensmittelproduktion mehr und mehr zu erschweren und letztendlich ganz einzudämmen, damit die gesamte Bevölkerung von den Großkonzernen abhängig ist und viel besser kontrolliert werden kann.

Nichtsdestotrotz fand meine Mutter letztlich doch, wonach sie gesucht hatte. In der ehemaligen DDR, wo die Konzerne anscheinend noch immer nicht alles durchdrungen haben, gibt es das Mittelchen noch und ich kann im nächsten Frühjahr den Birnengitterrost bekämpfen. Wäre ja auch gelacht.


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