Nur ein paar Gedanken, bevor sie wieder verfliegen:
- Der Mailänder Dom ist sehr schön, wie ich finde. Auch die nähere Umgebung kann sich sehen lassen. Man schlendert durch irgendwelche Arkaden und Rundbögen auf Marmorplatten dahin. Nun war ich schon das dritte Mal in der Stadt und habe es endlich mal geschafft, mehr als nur Taxis, Busse und Bahnen (und natürlich den tollen Flughafen) zu sehen.
- 0.4 liter Bier kosten dort (am Dom) 10 Euro. Mist!
- In Mailand ist es warm genug, um dort Olivenbäume und Lorbeer Sträucher gedeihen zu lassen (und natürlich all die anderen tollen mediterranen Pflanzen, die ich nicht gesehen habe oder nicht kenne) - es war T-Shirt Wetter und es wurde köstliches Eis gegessen.
- Im Bad des Hotelzimmers befand sich ein so niedriges Klo, dass mir beim Hinsetzen und Aufstehen immer die Gelenke knackten (kleinere Menschen!).
- Es gibt anscheinend so viele Italiener, die kein oder kaum Englisch sprechen, dass man sich auf Englisch dort nur schwer verständigen kann. Ich musste von unserem Vor-Ort-Kollegen praktisch in den Bus gesetzt werden, mit klaren Anweisungen, wo aussteigen, wo umsteigen und so weiter, weil anscheinend die Gefahr bestand, dass mich auf meinem Weg keiner versteht.
- Ich musste zweimal den Bus bzw. die Bahn ziehen lassen, weil die vor Menschen überquoll und die Türen nicht mehr schlossen.
- Beim Rückflug war auf dem Flughafen die Hölle los. 300 Menschen standen an, um für 2 Flüge, die in der nächsten halben Stunde "boarden" würden, ihre Bordkarten zu bekommen. Hierfür gab es 4 Schalter. Ungefähr 500 Menschen standen an der Sicherheitskontrolle. Hier hatte ich es bereits aufgegeben darauf zu hoffen, dass ich den Flieger noch kriegen würde. Der hatte aber eine halbe Stunde Verspätung und alles war gut. Diese Menschen beherrschen auf geheimnisvolle Weise das Chaos.
- Gleiches Thema: Nach dem Boarding-Schalter warteten außerhalb des Flughafengebäudes zwei Busse darauf, die Passagiere zum Flieger zu bringen. Dass alle beide Busse dafür gedacht waren, war nicht zu erkennen, weil der zweite hinter einer Absperrung stand. So quälten sich fast alle Passagiere in den ersten Bus (ich auch), bevor dann einer beherzt in den zweiten stieg: es konnte ja nicht anders sein. Nachdem Überquell-Erfahrungen (s.o.) war ich mir allerdings nicht so sicher. Meine Gedanken zu diesem Zeitpunkt waren: In der Heimat hätte da bestimmt einer gestanden und die Leute eingewiesen und auch aufgepasst, dass keiner im Alleingang auf die Startbahn läuft.
- Italiener gehen anscheinend immer lange Mittagessen. Und wenn möglich in nette Restaurants. Denn wenn ein Arbeitgeber keine Kantine hat, muss er seinen Angestellten irgendwelche Essens-Subventionsmarken geben, die dann in den umliegenden Restaurants eingelöst werden können. Nicht schlecht!
Diese Menschen reden laut miteinander, tauschen intime Details aus und reden auch schon mal über den Mann da vorne in der Schlange, der so eine tuntige Handtasche trägt (ich war nicht gemeint). Meine These ist, dass das den selben Leuten in Deutschland in einer ähnlichen Situation nicht passieren würde (das war jetzt keine richtige These, aber man könnte es wie eine formulieren, aber ich verzichte hier darauf).
Jedenfalls: trotz der Widrigkeiten bei der An- und Abreise ein gutes Erlebnis, das wohl vor allem dem frühlingshaften Wetter geschuldet ist. Während ich dies schreibe, regnet und stürmt es draußen und ich komme mir vor wie in einem Schlechtwetter-Film.
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