Seit etwa 2 Wochen arbeite ich nun an dem "Bogen". Wir erinnern uns: Ich bekam von einem Nachbarn einen Eibenast, den ich mittlerweile entrindet und gespalten habe. Das empfohlene Vierteln ging nicht, denn der Ast spaltete sich in allen möglichen Richtungen - nur nicht in die, die ich brauchte. Also habe ich das übrige Holz einfach mit dem Eisen und Klüpfel herunter geschlagen und auch hier und da mal die Raspel angesetzt. Nun erkennt man schon die Grundform. Und leider muss ich es auch dabei belassen, denn nun muss das Holz erst einmal ewig lange trocknen. Wie lange, das wird meine Geduld entscheiden. Es kann sein, dass ich das Ding einfach vergesse und im nächste Frühjahr (oder auch erst in 5 Jahren) wieder entdecke. Das wäre optimal. Es kann aber auch sein, dass ich das irgendwie beschleunigen will und gleich weiter mache (mit dem sogenannten Tillern - also dem Finetuning des Bogens). Das wäre nicht so gut, denn das Holz wird wohl widerstandsfähiger, je länger und vor allem langsamer das trocknet. Abgesehen davon kann man zur Zeit mit Schleifpapier oder einer Raspel nicht viel ausrichten, weil das Holz noch zu feucht ist und daher die Späne gar nicht abgehen, sondern sich eine Art Spänenwolle bildet, die man dann mit einer Ziehklinge oder einem Eisen runterschaben muss. Blöd. Oder gut, je nachdem.
Aber es kommt noch schlimmer: Ich befürchte, dass der Bogen gar nicht viel aushalten bzw. gleich beim ersten Schuss zerbrechen wird, weil am Rücken gleich 4 Astlöcher sitzen. Der gesamte Ast war voll mit Astlöchern und ich glaube, dass genau diese Eigenschaft (wenig Äste zu haben) einen Bogenrohling auch so teuer machen. Denn die sind einfach selten. Nun gut: hier erstmal die Bilder (in etwa einem Jahr gibt es mehr):


Hier ist eines der Astlöcher gut zu sehen.

Das ist ungefähr das letzte viertel der Späne, die überall herumlagen.

Das ist nur Angeberei. Das Ding tut ja noch nichts.
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