Freitag, 29. Februar 2008

Die Verlegenheitsvorbeiwinker

Nur weil es mir gerade wieder mal passiert ist, hier also mein Bericht über kumpelhaftes Verhalten bei testosteron-gefluteten Autofahrern:

Neulich fuhr ich mit dem Rad auf dem Radweg über eine von einer Ampel geregelte Kreuzung. Ein entgegenkommender Linksabbieger fuhr fast in mich hinein, weil er noch schnell vor (!) den Autos, die aus meiner Richtung kamen, einbiegen wollte. Nachdem er seinen Fehler bemerkt hatte und auch die Gefahr, in die er mich gebracht hatte, fiel ihm nichts anderes ein, als mich kumpelhaft weiter zu winken. ("Nach mach schon, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit")
Das war Vorfall 1.


















Nun zu Vorfall 2. Ich fuhr wieder mit dem Rad auf dem Gehweg. Ein Auto fuhr vor mir mit Schwung auf den selben. Mit knapper Not kam ich noch vor dem Aufprall zum Stehen. Dann erst bemerkte der Fahrer mich und den Umstand, dass es sich schon lohnen kann, vorher zu gucken, wohin man eigentlich fährt. Und wieder diese Verlegenheitsgeste: Er winkt mich großzügig vorbei: "Nach mach schon, ich hab Dich doch gesehen, alles Routine eh."

Naja, all das zeigt mir, dass man an den Bremsen nicht sparen soll. Und eines Tages werde ich wohl so einen Typen zur Rede stellen müssen.

Donnerstag, 21. Februar 2008

München

Ich gehe davon aus, dass in diesem Eintrag nicht allzuviel Text landen wird. Ich war gestern und vorgestern in München, um eine Schulung bei einem unserer Kunden zu halten, dessen Angestellte anscheinend zu starker Fluktuation neigen. Deswegen wusste keiner mehr etwas über die Technologie, die dort eingesetzt wird und über die ich lehren wollte.

Soviel zum Hintergrund.

Ich flog also 11.40 Uhr am Dienstag los und fand mich in einem völlig unterbesetzten Flieger wieder, in dem jeder Passagier eine eigene Reihe für sich hatte. Eigentlich eine unglaubliche Umweltsünderei!

Da ich am ersten Tag nur die vorhandene Schulungstechnik inspizieren sollte, war ich auch schon gegen 16.00 Uhr fertig mit allem und hatte Zeit, durch die Einkaufsstrassen (Kaufingerstrasse oder so ähnlich) zu flanieren. Ich war auch mal kurz im Manufactum Geschäft, habe aber auf einen Kauf verzichtet, weil ich nicht riskieren wollte, dass man mir das Werkzeug meiner Wahl am Flughafen wieder abnehmen würde, weil es irgendwie metallisch und vielleicht auch scharfkantig ist. Macht aber nichts.

Anschliessend traf ich mich mit meiner Ex Freundin, wir gingen zu einem anscheinend angesagten Thai-Restaurant. Das stellte sich als gute Wahl heraus. Anschliessend ging es noch auf ein Bierchen in eine "Bar". Die Sache stellt sich mir so dar: In München gibt es eine nicht enden wollende Vielfalt an Gastronomie. Vieles davon scheint so eine Art After-Work-Gastronomie zu sein, die auch 22.00 Uhr dicht macht. Anderes eben nicht.
Da mein Hotel direkt am Viktualienmarkt steht, hatte ich es leicht, wieder dorthin zu finden und auch, am nächsten Morgen die richtige S-Bahn zu finden.

Das ist nun auch ein wichtiges Stichwort: Anders als sonst bin ich bei dieser Reise sehr oft mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Das macht eigentlich viel mehr Spaß, als alles mit dem Taxi abzuklappern. Man bekommt viel mehr vom "echten" Leben mit und fährt durch andere Orte als mit dem Taxi.

Und abschliessend noch meine Hasstirade gegen störende, klugscheissernde
und ausfallende Bemerkungen machende Seminarteilnehmer: Verpisst Euch!

So, das war München. Aber ich fahre gern wieder hin. Sehr gern auch mal ohne Seminar.

Samstag, 16. Februar 2008

Mit Restalkohol in den Himmel

Heute war es wie vorhergesagt fast windstill bei prächtigem Sonnenschein. Und nachdem ich meinen Kater beim Auslichten(-Helfen) einer lustigen 4 geteilten Linde losgeworden bin und wieder geradeaus sehen konnte, hatte ich noch nicht genug und organisierte noch schnell eine Fällung zweier entsetzlicher, hoher und bereits ausgelichteter Fichten. Auf 9 Meter Höhe auf einer Leiter stehen und noch 6 Meter über sich hängen haben ist ein Scheissgefühl. Aber es ist bis auf 2 kaputte Zaunfelder alles gut gegangen.

Vielleicht muss ich noch erklären, dass zuvor, also am Freitag Abend eine Party bei Freunden stattfand, bei der ich einfach viel zu viel Rotwein getrunken hatte. Ich habe gelernt: Wein ist nichts für lange Abende, lieber Kölsch, das spült sich selbst wieder raus.
















Hier stand Heidi auf etwa 3,5 Meter Höhe und fand es noch recht hoch bis zur Spitze. Ich auch.
Wirklich fies ist der Moment, in dem die Krone wirklich fällt und sich dann vom Rest des Stammes löst. Dann schwingt der bis dahin mit der Krone geneigte Baumstamm-Rest wieder zurück und mit ihm: ich. Da hilft alles Anschnallen nicht. Man denkt, man wird gleich fallen. Besonders blöd kommt es dann, wenn die Kettensäge noch weiterläuft, weil man irgendeinen Dauer-Knopf getroffen hat. Den werde ich bis zum nächsten Mal einfach abknipsen.

Eine weitere Ungeplantheit ist diesmal aufgetreten: Da der zweite Baum mit zwei ab einer Höhe von etwa 3 Metern bestehenden konkurrierenden Trieben gewachsen ist, blieb die erste Krone einfach in der zweiten hängen und ich konnte mich zunächst in Sicherheit bringen, bevor das Ding herunter gezogen wurde. Nach dem Aufprall ist die Krone leider in den Nachbarszaun reingerauscht.
















Hier sieht man die Schnittstellen recht gut (zum Vergrößern anklicken). Man sieht auch, dass der Schnitt auf der rechten Seite ziemlich weit nach außen (rechts) zeigt. Genau so ist die Krone auch gefallen: In den Zaun hinein.
















Hier wurde der Zaun wegen der falschen Kerbe durchschlagen. Die andere Seite sieht nicht so schlimm aus.























Und hier noch einmal die auf einer Höhe von 9,50 Metern gekappten Reststämme in ihrer ganzen Pracht für die Nachwelt.

Samstag, 2. Februar 2008

Pelle IX

Dies ist mein Erfahrungsbericht zum Bau der Pelle Zwille (Nummer IX), aus Eibe.

Zunächst mal: Man nehme einen Klotz Eibe und spalte den, so dass so etwas ähnliches wie ein Brett rauskommt. Ich hab das Ding mit Beil und Hammer gespalten. Und Glück gehabt, weil da so eine schone Astloch-Geschichte aufgetaucht ist, um die herum die Holzfasern schon Zwillenförmig wachsen.

















Anschließend irgendwie glatthobeln oder -raspeln. Hier hab ich mal den Hobel meines Tischler-Opas eingesetzt. Der geht natürlich phantastisch. Außerdem hab ich mit der Längsschnitt Kataba schon mal die Brettform zurechtgesägt.









































Beim Herumexperimentieren mit verschiedenem Werkzeug hab ich dann gemerkt, dass man mit einem Stemmeisen nicht weit kommt. Eibe (und vor allem ein Ast in einem Stück Eibe) ist einfach ziemlich zäh.
Dann lieber die Umrisse aussägen und -bohren.










































Alles schön wegraspeln.











































Und dann noch glattschleifen.












































Schliesslich: Zusammenbauen und Pelle Logo einbrennen. Neuerdings sogar mit Seriennummer.




















Dann: Aushändigen.


Es schnegnet

Da denkt man schon, man hat es überstanden, sogar der Karneval hätte eine Chance verdient halbwegs im Trockenen abzulaufen, dennoch gibt es sogenannten Schnegen.
Wenigstens ist nach der bereits angedeuteten, sich über mehrere Tage hinziehenden Holz-Umstrukturierungs-Aktion nun alles Brennholz im Trockenen. Auch dank Justin und seinem Nachbarsjungen-Freund. Nun kann man sagen: Noch 2 Jahre, dann brennt Ihr, Ihr Scheite. Vor allem finde ich eine gute Sache, dass nun alles etwas weniger Platz einnimmt als vorher, denn wer weiß, wann wir mal einen Holzofen haben, oder ob überhaupt.















Hier übrigens die Bilder des Ganzen: die neue Aufbewahrungshütte, noch ohne Dach.
















Und die verschiedenen Holzsorten von "Holzhandel Pelle".




Die Tatsache, dass es schnegnet, hält mich übrigens nicht davon ab, gleich mal zu Gummi Grün zu fahren und etwas Schlauch für eine weiter Zwille für Onkel F. zu kaufen. Außerdem ist Justin's heute gerissen. Der war aber auch schon was älter und wurde nicht geschont: So wie es sein sollte.


















Die Kleine wünscht sich auch eine neue, die erste war sozusagen mein erster Versuch und die ist nicht besonders gut gelungen. Vielleicht nehme ich etwas von den Eibenstücken und baue sie aus dem Ganzen. Das hab ich noch nicht versucht. Immerhin kann man sich so am besten der Kleine-Hände-Ergonomie annähern.






















Wenn man wegen des Schnegnens viel im Haus hockt, ergeben sich auch neue Innenperspektiven und auch Fragen. Zum Beispiel: Wie viele Leute wohnen mittlerweile eigentlich bei uns?