Dienstag, 25. Dezember 2007

Atempause

Es ist alles glatt gegangen. Sophie fand das neue Zimmer bezaubernd und hat sich bei allen Beteiligten persönlich bedankt, was ich hiermit ebenfalls tue. Großer Stein vom Herzen!

Heute wurde nun erstmals seit Tagen die Seele baumeln gelassen, Lesen im Bett, Shaun das Schaf beim Frühstück gucken und die Klitschkos rauslassen. Außerdem bin ich nun endlich auch festlich rasiert, was ich zwar mittels Rasiermesser erreichen wollte, aber dann doch auf den letzten Drücker mittels Rasierklinge gemacht habe.

Der Rem hat mir ein überraschendes Weihnachtsmannbild von sich geschickt: Danke Rem!

Samstag, 22. Dezember 2007

nur nichts verändern

Heidi und ich sind bereits seit Donnerstag Abend damit beschäftigt, Sophies Zimmer zu renovieren (Weihnachtsgeschenk!). Das involvierte bisher: Tapeten runterkratzen (hier habe ich mich kaum mit Ruhm bekleckert, zumal auch Justin und seine Oma extrem mit halfen), Lackieren eines Regals und einer Kommode (OK, das war ich, hier kann ich auch richtig glänzen, weil ich sowas eigentlich immer recht gewissenhaft mache), Lackieren des riesigen Hochbettes, das mehr ein Zimmer im Zimmer ist und daher recht wuchtig und Lackieren der vor vielen Jahren sicher mühsam abgeschliffenen Holztür. Und natürlich Streichen der Wände (2 gelb und 2 weiß, es sieht ein bisschen nach einem riesigen gekochten Ei aus, aber auf nette und wohnliche Art).
Es gibt einen neuen Kleiderschrank, einen neuen drehbaren rosa Schreibtischstuhl und ein paar kleinere Sachen, die alles irgendwie "neu" machen.
Mehr oder weniger durch Zufall erfuhren wir, dass die Kleine das neue Bett, das wir von Freunden abgestaubt haben, auf keinen Fall und unter Tränen nicht wollen würde. So konnte durch genau diesen Zufall wohl ein Fiasko der wirklich schlimmen Art zu Weihnachten verhindert werden. Mal sehen, was sonst noch so aufstößt. Denn zwar war einerseits der Wunsch nach Veränderung und mal-alles-neu-machen sehr groß und sehr explizit. Dennoch sollte das ganze möglichst ohne Veränderungen über die Bühne gehen.
Nun sind wir gespannt, was die Kleine am Heiligen-Heimwerker-Abend dazu zu melden hat. Morgen wird noch eingeräumt, geputzt und die schlimmsten Platzverschwender in den Keller geschafft. Übermorgen kommt schon das Christkind und liefert die noch benötigte gute Laune ab. Dann kann endlich haltlos Völlerei betrieben werden, denn man hat ja was getan.

Bis dahin sind hoffentlich die Haut-Irritationen und die Kopfschmerzen weg, die durch die fiesen Lösungsmittel und die schlechte winterliche Lüftungssituation nicht zu vermeiden waren.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Dr. Pelle und der außerirdische Organismus

Diese Wurzel hatte es in sich. Bereits vor 4 Wochen wurde der zugehörige Baum gefällt, Anke hat ihr Bildhauerstammstück bereits entrindet doch für mich sah die Situation fast genauso schlimm aus, wie vor vier Wochen. Vier Wochen! Oder genauer gesagt Wochenenden, an denen ich im Regen oder Frost oder eben doch nicht so schlimmem Wetter an dieser Scheiß Wurzel herumgegraben, gesägt, gehämmert und gefräst habe.
Hier die deprimierende Statisktik dieses Unterfangens:
2 endgültig stumpfe Sägenketten, eine kaputte Flex, unzählige Schwielen, 2 leichte Erkältungen.
(Ja, auch eine Flex war beteiligt. Bei einem Bildhauer-Shop in Köln habe ich die ultimative Holzfräse für die Flex entdeckt. Die "Ultimative" wollte ich mir zwar nicht leisten, aber die nächst billigere tat es dann auch - außerdem kann man diese noch selbst schärfen). Derzeit versuche ich an eine passende Stihl Kette heranzukommen, um den Kettenverschleiß geringer zu halten, aber eigentlich glaube ich gar nicht, dass man da soviel machen kann.
Jedenfalls, nachdem ich gestern nun alle Wurzelstränge durchtrennt glaubte und auch bereits erste Wackeleien an dem 300 kg Apparat durchgeführt hatte, wurden Basti und Anke von nebenan eingeladen, ihr den Rest zu geben.

Nichts passierte.

Nachdem wir mittels 10er Balken eine Weile an dem Ding herumgehebelt hatten, sah man es auch: ein weiterer 5 cm Strang hielt aufs Nachbargrundstück zu. Als ob dieser erst in den letzten 5 Minuten schnell noch gewachsen sei, um uns das Leben schwer zu machen, bzw. um diesem außerirdischen Organismus namens Fichtenwurzel das Überleben in dieser Welt zu sichern. Mit der Axt wurde nun dieses letzte Teil entzwei gehauen.
Ich glaubte zwar nicht daran, aber das Ding war endlich lose und wir schafften es sogar, es aus dem Loch zu schieben-ziehen. Jetzt liegt die Wurzel im Garten herum wie ein gestrandeter Wal und ich weiß noch nicht, wie ich sie zerkleinern kann. Vielleicht warten wir auch einfach 2 Jahre, überschütten das Ding dann mit Benzin und verbrennen es, mir auch egal.















Noch am gleichen Tag habe ich dann die ganze Erde wieder in die Grube zurückgeschaufelt, nicht ohne zuvor noch das Loch zu vertiefen, um die beim Ausgraben gesammelten Steine, Betonreste von Schaukel-Verankerungen und Wäscheständern etc. dort hineinzuwerfen - tief genug war es ja. All das reichte jedoch nicht, um das von der Wurzel zurückgelassene Vakuum auszufüllen. Nun ist da eine Senke, die ich aber mit guter Blumenerde aus dem Baumarkt auffüllen werde. Wieder was geschafft.

Und heute haben wir Bodenfrost.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Neues aus der Werkstatt

Nur, weil ich die Bilder gerade hin und her kopiere, hier ein paar Eindrucke aus dem Hinterhof:













Hier die aktuelle Pelle-Zwillen Produktion
















Die Klitschkos verzweifelt wegen der Kälte.
















Meine neu erworbene DDR-Arbeitsleuchte.


















Und natürlich die Eisen. Der Ledersack war auch nicht billig. Ich könnte hier behaupten, dass ich Bildhauer sei und nun endlich zu einem lang vergrabenen Hobby schreiten würde, aber das stimmt eigentlich nicht, die Eisen sind schön und ich will mal probieren, was mir so gelingt.

Reeperbahn, Hamburg, Deutschland - die Überflieger

Wieder mal so ein Dienstreisenbericht. Diesmal zu zweit mit S.B.
Es ging nach Hamburg und keiner hatte Bock da drauf. Oder war das nur ich? Im Nachhinein fällt mir auf, wie mich der Kollege immer wieder zu motivieren versucht hat.

Egal, für zwei Tage hält man das schon mal aus. Außerdem entschädigt einen das einzige Sonnenlicht, das man in diesen Monaten zu sehen bekommt. Dieses trifft man an, wenn man erst mal die für die Augen undurchdringliche Wolkendecke mittels Flugzeug durchdrungen hat. Morgens halb 10 in Deutschland, sozusagen.

Nach getaner Arbeit war der Besuch im spartanischen Hotel sehr kurz. Es reichte gerade zum Sachen auspacken, einmal aufs Klo und nach Hause telefonieren.

Dann musste ich mit auf die sündige Meile, die wir nach halbstündigem Fußmarsch und 50 minütiger Zugfahrt (ehrlich) erreichten. Da waren wir nun, im Regen auf der Reeperbahn: alles voller schmuddeliger Geschäfte und Restaurants, deren letzter Besuch vom Gesundheitsamt schon eine Weile zurückliegen musste. Uns sagte dann in der Not ein Maredo zu, der uns auch noch mit Sonderangeboten lockte.
Da ich die Ecke wegen früherer Kundenkontakte kannte, wusste ich auch, wo es zum Hafen geht. Dort ist es immer imposant, die Elbe (oder Alster) ist zwar in etwa so breit wie der Rhein, aber es macht einen deutlich meerigeren Eindruck. Das wird sicher durch die eigene Erwartungshaltung verstärkt. Dort ist eine Werft und ein paar beleuchtete "Dampfer". Außerdem natürlich die Promenade durch die Speicherstadt. S.B. wollte aber nicht da lang, sondern wieder zurück in den Sündenpfuhl. Und so gelangten wir in einen Spießrutenlauf mitten durch die Frühschicht, wie wohl gegen 20.00 Uhr beginnt. "He, wo gehst'n Du hin?", "Willst Du nicht mitkommen?", "Was hast'n Du noch vor?" oder am besten "Das wird Dir gut tun." waren die meist gehörten Anreden. Kaum dachte man, man hätte es geschafft, tauchten schon wieder neue Schwärme von denen auf. Danach erwartete uns wieder die 50 Minuten und 30 Minuten dauernde Rückreise ins ländliche reizlose Hotel. Die Fahrt war so lang, dass wir zu Beginn des Fußmarsches illegal auf einer Weide pinkeln mussten.

Das tollste Erlebnis an dieser Hamburgreise fand allerdings erst wieder im Flieger statt: Ich hatte den Fensterplatz erstritten, und als wir nach heftigen Turbulenzen endlich oberhalb der Wolken ankamen, konnte ich noch einen letzten Blick auf das hinter der Erdkrümmung verschwindende Tageslicht erhaschen. Das ganze dauerte etwa 5 Minuten, dann war der Spaß vorbei. Da ging es mir wohl fast wie den Kosmonauten, die wirklich sehen, dass die Erde keine Scheibe ist.