Vor einer Woche stand ich mal wieder im Baum. Die von V. übriggelassene Baumruine vom Typ Flachwurzler (also Tanne) sollte gefällt werden. Nachdem wie in letzter Zeit üblich bereits der gesamte Vormittag verregnet war und die eigens zum Zweck des Baumfällens angereisten Tante und Onkel auf Langeweile-Shoppen ausweichen und später sogar wieder abreisen mussten, tat sich Nachmittags der Himmel auf und es konnte losgehen. Basti von gegenüber kam feinerweise gleich von selbst (danke!) und wir entlaubten zunächst mal weitere Bäume aus der näheren Umgebung der Tanne, weil es noch recht windig war und die beiden schon ordentlich schwankten. Im Nachhinein ist das eigentlich eine blöde Erklärung. Ich glaube, ich war nur froh über diese Tätigkeiten, denn so musste ich noch nicht fällen, was wirklich eine grausame (für einen selbst) Beschäftigung ist.
Da das Wetter konstant gut blieb, blieb mir irgendwann nichts anderes übrig, als eben doch die Fällung voranzutreiben. Und so fand ich mich nach reichtlich Support-Leistung von seiten Basti mit der Motorsäge im Baum wieder und begann zu sägen. Als ich (waren es Minuten oder Stunden?) später mal den Motor abschaltete, war ich über und über mit Spänen bedeckt. Späne in Mund, Augen, Ohren und vermutlich auch woanders. (Der Witz mit den Schuppen kam später leider gar nicht so gut an ...)
Wie auch immer: Es ging und mir wurden wie durch Zufall keine Gliedmaßen abgetrennt, weder durch die Säge noch durch die runterfallenden und sich in der Luft drehenden Baumteile.
Im Nachhinein ist der Schock eh immer größer über diese gewaltigen Massen Holz, die man da via freiem Fall nach unten befördert. Das zuerst gefällte Stück konnten wir zu dritt gar nicht mehr hochheben!
Mittlerweile haben die Räumungs- und Landgewinnungsaktivitäten in dem betroffenen Bereich längst begonnen. Die wild herumliegenden Stämme wurden entastet und teilweise abgelängt, die nadeltragenden Zweige von den hinreichend großen Ästen abgetrennt und das Grünzeug zum Sperrmüll gefahren (diesmal nur 2 Touren). Außerdem habe ich schon einmal angefangen, die gigantische Wurzel (wie gesagt, diesmal Flachwurzler, aber mit Nachdruck), auszugraben. Dafür werde ich wohl noch einige Wochenenden benötigen, da diese den halben Garten durchquert.
Hierbei kommen zentnerweise Steine und Zementguß-Teile an die Oberfläche, die von meinen Vorgängern im hinteren Teil des Gartens verscharrt oder von mir dort abgelegt wurden. Ich habe noch keine Ahnung, wohin damit.
Nun ist die Säge wieder mal stumpf, ich habe einen neuen Hackklotz, der breiter und höher ist als der vorherige und ein paar gröbere Teile von vorangegangenen Fällungen konnten schon mal zerkleinert werden (Spaltkeil und 4 kg Hammer, anders geht's nicht).
Wäre der Garten eine Firma, in der ich angestellt wäre, müsste ich mir über mangelnde Arbeit jedenfalls keine Sorgen machen.
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