[Nachträglich geposted, denn ich war "offline". Leider hab ich es nicht hinbekommen, wieder natürliche Textumbrüche herzustellen, deswegen ist der Text nun so flatterig.]
Liebe Stephanie: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag von mir aus Mailand.
Heute morgen gegen 5:30 bin ich mit dem Fiesta (passt gut zu diesem Unterfangen) zum Flughafen aufgebrochen, um meine heutige Dienstreise genitalien (ist nicht von mir) anzutreten. Dem ging eine schlaflose Nacht voraus, wie es mir mein Schicksal als Reiseaufgeregter nun mal vorschreibt. Also - ein herrlicher Tag.
Nach nur 5 Stunden, also gegen 10:30 kam ich am Treffpunkt an. Da der Mailänder Flughafen (Malpensa, der große) ein gutes Stück außerhalb liegt, dauert es ohnehin etwa 1 Stunde, um in die Innenstadt zu gelangen. Ich hatte um die Erlaubnis gebeten, ein Taxi nehmen zu dürfen, was mir zu einer 2-stündigen Fahrt verhalf. Entweder ist wirklich so viel unumfahrbarer Stau in Mailand, oder der wirklich harmlos und unverdächtig aussehende Typ hat mich einfach durch jeden Stau den er finden konnte gekarrt. Ich habe zudem den Verdacht, dass der wenigstens 2 Mal mit mir durch Mailand gefahren ist. Letztenendes war das Treffen mit den Italienern zwar irgendwie nicht ganz ergebnislos. Andere Menschen hätten einfach ein paar Dokumente verfasst, emails geschrieben und die Sache wäre auch geritzt gewesen. Nicht so in diesem Fall:
wie es scheint, trifft man sich in Italien lieber und redet von Angesicht zu Angesicht.
Flughafenkontrollen: Die unterscheiden sich gewaltig. In Köln-Bonn wird man fast schon ausgezogen und an allen möglichen intimen Stellen, oder besser noch von allen möglichen Seiten an der intimen Stelle berührt und abgesucht. Ich musste sogar die Schuhe ausziehen! Und dabei hatte ich doch gar keine Waffe dabei. In Mailand wiederum wird das ganze Zeug auf das Band gelegt, geht ohne weiteres durch und man kann gehen. In Oslo übrigens ist das noch relaxter. Da waren allerdings auch nur etwa 5 sehr entspannte Leute, die überhaupt fliegen wollten.
Aber vielleicht ist das eh alles nur show und die ware Durchsuchung wird mit irgendwelchen anderen Mittelchen durchgeführt. Dieser Mimikri-Faktor ist mir auch bei dem Handy-An-Verbot aufgefallen. Wenn es wirklich gesetztlich verboten ist, das Handy während des Fluges angeschaltet zu lassen bzw. (was viel wichtiger für mein Argument ist) wenn es wirklich so gefährlich ist, warum kontrolliert das dann keiner. Wenn es nämlich wirklich so
gefährlich wäre, würden doch die Handys vor dem Flug eingesammelt und ausgeschaltet irgendwo aufbewahrt werden. Am besten gleich am Filzschalter, wo man ja sowieso schon durchleuchtet wird. Aber das macht keiner und deswegen glaube ich auch nicht, dass es so schlimm ist. Ich glaube, das dient nur dem Durchsetzen von Respekt gegenüber dem Fliegen und dem Unterbinden von überbordender Telefoniererei während des Flugs.
Ich saß auf dem Hinflug das erste Mal vor den Tragflächen, was eigenartig war. Eigenartig deshalb, weil man ja vor den Traglächen auch abhebt. Irgendwie fühle ich mich so weniger sicher. Aber wegen des Schlafmangels war mir sowieso die ganze Zeit übel.
Berichtenswert ist auch, dass die Italiener wenigstens eine ganze Stunde Mittagspause machen. Man bekommt hier vom Arbeitgeber Essensmarken, die man in Restaurants einlösen kann. Und so machen es alle. Das führt dazu, dass völlig normale Menschen die Restaurants von Mailand um die Mittagszeit bevölkern und nicht wie andernorts Schickimickis, Tussen, Gangsta-Typen etc. Und natürlich Verkäufer mit ihren Geschäftskunden. Also alles Leute mit mehr Geld als sie
verdienen. In zumindest dem heute besuchten Restaurant (dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe, so dass ich es leider nicht weiter empfehlen kann) waren zudem die Portionen
angenehm klein. Der Italiener ernährt sich bewusst, möchte man faseln. Aber ich weiss ja nicht, ob das repräsentativ war. Jedenfalls sieht man weniger Übergewichtige als in Deutschland. Definitiv!
Der Chef der Bude sah aus wie ein relativ naher Verwandter von Onkel F. Hat genau die gleiche Statur, ein bischen größer ist er allerdings, und trägt auch eine kapuzenlose Daunenweste für Herren. Und eine schmalrandige Brille. Also wirklich fast wie das Original. Spricht auch ähnlich. Das war mein heutiges Schmunzel-Highlight, lieber Onkel F.
Ansonsten natürlich außerordentlich vertusstes Publikum: langhaarige angemalte stiefelige, meist extrem kleinhinterige Frauen; fönfrisierte, stränchenblondierte, Breitling (oder was auch immer teures) und spitze, lange Lederschuhe tragende Männer. Hier mehr als anderswo.
Schade dass ich keinen Fotoapparat mitgenommen habe, denn wenigstens ein schönes Bild ist uns so durch die Lappen gegangen: Die U-Bahn, die wohl auch Metro heisst, jedenfalls mit einem M ausgewiesen ist, lag in einer Blickrichtung mit dem bekannten Speisendiscounter, der ebenfalls mit einem M beginnt. Das hätte sich auf einem Foto gut gemacht, vor allem, wenn man hier geschickt mit Tiefenschärfe gearbeitet hätte (bitte kurz vorstellen).
Ein anderes wäre der von Mussolini gebaute oder gebauen-lassende Hauptbahnhof gewesen. So einen gigantischen Bahnhof habe ich noch nicht gesehen. Vor allem erstreckt er sich derart in die Höhe, dass einem spontan die Frage einfällt, was da oben eigentlich noch ist. (Züge fahren ja nur ebenerdig).
Ich habe noch viel Zeit zu vertreiben, deswegen muss mir nun noch ein Thema einfallen. Letztenendes hat sich gezeigt, dass allein die Anreise (nicht zuletzt dank des erfindungsreichen Taxifahrers) länger gedauert hat als das Meeting. Das ist mir gar nicht so recht. Der Rückflug geht erst in mehr als zwei Stunden. Das will irgendwie gefüllt werden. Und da ich nicht geschlafen habe, kann ich wahrscheinlich nicht lesen, weil mir die Konzentrationsfähigkeit fehlt. ich hätte nicht gedacht, dass ich so denke, aber im Grunde wäre mir eine Fortsetzung
des Meetings mit irgendwelchen Laberthemen ganz lieb gewesen. In dieser Zeit hätte ich abschalten und die Zeit an mir vorbeiduseln lassen können. Aber nein, wir sind ja ganz effizient und haben alle zu tun, nur eben ich nicht. Zudem werde ich, weil der ursprüngliche Rückflug ausgebucht war, eine umwelttechnische Sauerei begehen: Ich fliege in 2 Etappen: Mailand-Frankfurt Frankfurt-Köln. Ich dachte, diese Kurztflüge würde keiner mehr machen, aber sie machen es doch.
Freitag, 26. Oktober 2007
Samstag, 20. Oktober 2007
jaha, jaha der Herbst ist da
Heute morgen ist mir das erste Mal auf dem Rad richtig kalt geworden. Die Worte "Tja, nun hat der Herbst wohl wieder mal angefangen" spukten in meinem Kopf herum. Am Mittwoch ging ich wegen Zugfahrt und Ankunft am HBF um den Dom herum und heftige Windboen erfassten die Menschen.
Eine junge (!) Frau sag so vor sich hin "Jaha, Jaha, der Herbst ist da" und lächelte in sich hinein. Fand ich gut.
Gerade hör ich Marian von den Sisters of Mercy und mir ist irgendwie klar, dass das ziemlich schlimm von mir ist und ich lieber die Finger davon lassen sollte. Aber nun ist es eben passiert und ich bin in einer herbstlichen retrospektiven Musik-Nummer gelandet, die mich zunächst mal nicht wieder los lässt. Am Ende ist der Herbst die eigentlich besinnliche Jahreszeit, weil man da eben mal wieder von draußen nach drinnen migriert.
Die Feige muss rein, die Mistpackung muss angelegt werden ... herrje und die Klitschkos werden hoffentlich in das neu zusammengenagelte Haus einziehen und sich nicht extra blöd anstellen.
Übrigens bin ich nicht lange bei den oben besprochenen Schwestern hängen geblieben. Die anderen Titel sind einfach nicht das selbe.
Lieber noch die wirklich herzerfrischende Kate Nash heranziehen. Unbedingt hören. Da braucht man nichts anderes mehr!
Weiter so! Der Herbst geht schließlich noch in den Winter über und erst in 6 Monaten wird es wieder nett da draussen.
Eine junge (!) Frau sag so vor sich hin "Jaha, Jaha, der Herbst ist da" und lächelte in sich hinein. Fand ich gut.
Gerade hör ich Marian von den Sisters of Mercy und mir ist irgendwie klar, dass das ziemlich schlimm von mir ist und ich lieber die Finger davon lassen sollte. Aber nun ist es eben passiert und ich bin in einer herbstlichen retrospektiven Musik-Nummer gelandet, die mich zunächst mal nicht wieder los lässt. Am Ende ist der Herbst die eigentlich besinnliche Jahreszeit, weil man da eben mal wieder von draußen nach drinnen migriert.
Die Feige muss rein, die Mistpackung muss angelegt werden ... herrje und die Klitschkos werden hoffentlich in das neu zusammengenagelte Haus einziehen und sich nicht extra blöd anstellen.
Übrigens bin ich nicht lange bei den oben besprochenen Schwestern hängen geblieben. Die anderen Titel sind einfach nicht das selbe.
Lieber noch die wirklich herzerfrischende Kate Nash heranziehen. Unbedingt hören. Da braucht man nichts anderes mehr!
Weiter so! Der Herbst geht schließlich noch in den Winter über und erst in 6 Monaten wird es wieder nett da draussen.
Montag, 15. Oktober 2007
bis zum Hals in der sch...
da stand ich gestern. Seit dem mir am letzten Wochenende so freundlich zu etwa 100 kg Pferdeexkrementen verholfen worden war, hatte ich Blut geleckt (ein anderer hätte jetzt vielleicht noch geschrieben: "Dung geleckt" oder "äh, Dung geleckt", aber wir verzichten an dieser Stelle darauf) und wollte mehr von dem Zeug. Zum einen hatte sich herausgestellt, dass man es fast gar nicht riechen kann (als im Sinne von olfaktorisch wahrnehmen), zum anderen, dass ich an praktisch unbegrenzte Mengen von dem Zeug herankommen kann - wenn ich es nur selbst einlade und abtransportiere.
Genau dies beabsichtigend brachen Sophie und ich gestern nachmittag ins Umland zu den Freunden der Mutter meiner Liebsten auf. Sophie hatte ich eingepackt, weil sie ein bisschen an die frische Luft musste und ihre Zwille (das ist (vermutlich) Rheinländisch für Steinschleuder) in ungefährlichem Gelände ausprobieren sollte. Hierfür hatte ich extra aus der Stadt ein paar wild wachsende Haselnüsse eingepackt - das fand ich im Nachhinein ziemlich weicheimäßig, aber wie haben die meisten verschossen. Ich habe ja auch eine eigene Zwille, weil mir von einer Freundin ein schönes Holzstück für genau diesen Zweck geschenkt wurde. Und gestern habe ich sie mir fertig gebaut - im Grunde nur auf die Schnelle und zwischendurch; aber gut ist die geworden und schiesst weiter als die Konkurrentinnen.
Zurück zur Pferdescheiße: Ich brauchte immerhin 45 Minuten, um diesmal 300 (!) kg davon einzuschaufeln. Währenddessen konnte ich - inzwischen vollkommen in der einsamen ländlichen Stimmung aufgegangen - in Ruhe ein paar Verdauungsproblemen ihren Lauf lassen. Und so stand ich lachend und froh in ein paar kubikmetern Pferdekacke und alles war gut.
Als ich die Zentnersäcke dann allerdings kohlenträgermäßig auf dem Rücken schleppen musste, ist mir dann doch noch das Lachen vergangen. Aber wir sind mit dem Fiesta und immerhin 3 Zwillenhölzern, 300 kg Scheiße, mir und Sophie zwar spät aber sicher zu Hause angekommen und alle waren amüsiert.
Vermutlich haben wir dann im Frühjahr überall Brennnesseln, denn an der Abladestelle wimmelt es davon. Das wird ein Spaß!
Genau dies beabsichtigend brachen Sophie und ich gestern nachmittag ins Umland zu den Freunden der Mutter meiner Liebsten auf. Sophie hatte ich eingepackt, weil sie ein bisschen an die frische Luft musste und ihre Zwille (das ist (vermutlich) Rheinländisch für Steinschleuder) in ungefährlichem Gelände ausprobieren sollte. Hierfür hatte ich extra aus der Stadt ein paar wild wachsende Haselnüsse eingepackt - das fand ich im Nachhinein ziemlich weicheimäßig, aber wie haben die meisten verschossen. Ich habe ja auch eine eigene Zwille, weil mir von einer Freundin ein schönes Holzstück für genau diesen Zweck geschenkt wurde. Und gestern habe ich sie mir fertig gebaut - im Grunde nur auf die Schnelle und zwischendurch; aber gut ist die geworden und schiesst weiter als die Konkurrentinnen.
Zurück zur Pferdescheiße: Ich brauchte immerhin 45 Minuten, um diesmal 300 (!) kg davon einzuschaufeln. Währenddessen konnte ich - inzwischen vollkommen in der einsamen ländlichen Stimmung aufgegangen - in Ruhe ein paar Verdauungsproblemen ihren Lauf lassen. Und so stand ich lachend und froh in ein paar kubikmetern Pferdekacke und alles war gut.
Als ich die Zentnersäcke dann allerdings kohlenträgermäßig auf dem Rücken schleppen musste, ist mir dann doch noch das Lachen vergangen. Aber wir sind mit dem Fiesta und immerhin 3 Zwillenhölzern, 300 kg Scheiße, mir und Sophie zwar spät aber sicher zu Hause angekommen und alle waren amüsiert.
Vermutlich haben wir dann im Frühjahr überall Brennnesseln, denn an der Abladestelle wimmelt es davon. Das wird ein Spaß!