Seit einer Woche stand fest: Mama kann nicht, Papa kann nicht, also musste ich ran. Der Elternabend der Klasse 8a würde mit mir stattfinden.
Was für ein Erlebnis. Ich saß etwa eine Stunde mit lauter Eltern zusammengeballt im Klassenraum der Klasse 8a und hörte zu, was da alles so gesagt wurde. Damit mir die Zeit nicht lang wurde, schrieb ich ganz viel mit, was mir dann später (zu Hause) viel Lob eintrug.
Insgesamt wurde wirklich nichts spannendes erzählt. Die Dinge werden sich auch ohne deren Kenntnis entwickeln und man wird sowieso noch rechtzeitig von ihnen hören. Spannend war vielmehr das schülerhafte Gefühl, das man sofort wieder verspürt bzw. das sich einem sofort wieder vollständig und knallhart aufdrängt. So ein Klassenraum ist schon eine bemerkenswerte Einrichtung, die es schafft, die ganze Sache gut auf den Punkt zu bringen und alte (gute wie schlechte) Erfahrungen wieder aufleben zu lassen: blöde Ängste davor, vor der Klasse zu sprechen, zum Beispiel, oder wie alle in das selbe Mädchen verliebt waren, die aber irgendeinen aus der 10ten gut fand usw. Wie viele Schalter da an den Synapsen umgelegt werden, ist einfach beängstigend. Und doch muss man es geschehen lassen und kann sich nicht dagegen wehren.
Und so zog ein Teil meiner Schulzeit an meinem inneren Auge vorbei während ich auf den Beginn der Veranstaltung wartete. Dann war ich gut beschäftigt mit dem Notieren, dem Unterschreiben auf irgendwelchen Anwesenheitslisten und dergleichen. Auch war interessant, einmal die Lehrer aus der Elternperspektive zu sehen. Zwar sind die einem nicht wirklich rechenschaftspflichtig, aber leicht defensiv und auf Begründungen aus war das Verhalten schon. Für diese Erfahrung bin ich doch ziemlich dankbar. Dennoch: Lehrer bleiben einfach Lehrer, egal wie viel Jahre vergehen und auch hier korrespondierten die Eindrücke und Gefühle mit denen von vor 20 Jahren.
Und irgendwie habe ich nun wieder mehr Mitgefühl für Schüler. Wie ich auch mal einer war.
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