Mittwoch, 30. Mai 2007

Salziger Kuchen

Übermorgen findet die Hochzeit von H. statt. Ich habe mich im Eifer des Gefechts vor ein paar Wochen morgens auf dem Weg zur Arbeit beim Hören des bekannten Titels salty candy von A. Green dazu bewegt gefühlt, diesen Titel, gemeinsam mit meinem besten Freund vor versammelter Hochzeitsgesellschaft vorzutragen. Nicht nur, dass dieser Titel, wie anscheinend auch das gesamte Lebenswerk von Herrn Green, eigentlich genau gar nicht für eine Hochzeit taugt, es ist auch noch ein einziger Krampf für die Finger und die Stimmbänder. Die größe Komplikation kommt aber noch: Wir, die Vortragenden, wohnen nicht mal in der selben Stadt. 500 Km Distanz trennen uns, so dass wir uns mit hin- und hergeschickter Begleitmusik und Diskussionen am Telefon begnügen mussten.
Zu diesem Elend kommt noch, dass ich eigentlich nicht weiß, was ich anziehen soll. Aus dem einzigen Anzug bin ich "herausgewachsen" (grauenhaft) und über meine adrette komplett weiße Kluft hat sich meine Freundin vor Lachen nicht mehr eingekriegt. Was mache ich eigentlich in diesem Leben? Was läuft falsch? Naja, letztlich wurde das total-weiß in ein Weiße-Hose-mit-dunkelgrünem-Hemd Look umgebaut und es geht einigermaßen. Wo sind sie nur hin, all die eleganten Klamotten von einst. Irgendwie sind die im Laufe der letzten 6 Jahre gegen immer weitere Kapuzenshirts und Kombathosen ausgewechselt worden. Mist.
Gerade saß ich noch mit der Gitarre auf dem Schoß vor dem Computer und besang die von Remark bereitgestellte Endlosschleife. Grauenhaft. Aber morgen abend kann er es wenigstens mal beurteilen. Im Moment hänge ich noch in der Luft. Noch einen Tag arbeiten, früh Feierabend machen, noch eben schnell die 500 km mit dem alten Fiesta überbücken, und dann kann's losgehen. Ich werde berichten.

P.S.: Wer dachte, dass hier nur über den blöden Hasen berichtet wird, lag falsch :o)

Der Hasenmäher selbst


Nun erst einmal zum Begriff des Hasenmähers: Der bezeichnet den Hasen, wie der den Rasen mäht. Kann man sich vielleicht auch denken. Eine einfache Optimierung, um nicht Rasenmäherhase oder Hasenrasenmäher sagen zu müssen. Denn mähen tut der recht oft.

Der Hase kam von 7 Jahren zu mir, indem ich ihn meiner Ex Freundin, die damals noch meine Freundin war, zu Weihnachten schenkte. Damals war er auch noch so süüüüß und es war eine Freude.
Gekauft hatte ich ein sogenanntes Zwerglöwchenkaninchen. Herrlich, die vielen "chen". Nach einem Jahr war ein ausgewachsener fetter Löwchenhase draus geworden. Und ich bekam das Vieh erstmal vorübergehend zur Betreuung. Aus dem Vorrübergehend wurden letztlich 6 Jahre. Nun gebe ich ihn auch nicht mehr her.
Vor zwei Jahren ist dem Hasen etwas sehr schönes passiert: Er durfte in den Garten meiner neuen Freundin einziehen, noch bevor ich bei der Freundin einziehen durfte. Seitdem wohnt er da - es ist sein Garten - und mäht den Rasen.

Warum?

Eine Affinität dazu oder wenigstens das Gefühl, irgendwelche Gedanken irgendwo niederzuschreiben, kennt ja jeder, der einmal als Kind ein Tagebuch hatte. Warum aber sollte man überhaupt so blöd sein, seine Gedanken irgendwo öffentlich abzulegen, wo sie eigentlich jeder einsehen kann? Nach einigem Herumsuchen bei Bloganbietern findet man neben dem üblichen Unfug irgendwelcher Jugendlicher, die ihre Partyfotos irgendwo ausstellen wollen auch seriöse öffentliche oder quasi öffentliche Anbieter, die so etwas wie Foren oder wenigstens ein öffentliches Informationsangebot bereitstellen wollen. Dann gibt es da natürlich die Journalisten oder solche die es nie werden durften, die Blogs (was hab ich geweint!), die nur mal so angelegt wurden und mit nur einem Eintrag gefüllt wurden und dann wieder in Vergessenheit gerieten. Geweint habe ich zwar nicht wirklich, aber betroffen und verärgert war ich schon, weil ich scharf auf die guten URLs bin, die diese ungenutzten Blogs blockieren oder blogieren.
Wo war ich?
Ach ja, die Begründung für die Eröffnung dieses unglaublich neuen und nie zuvor dagewesenen Blogs.
Also, hier ist sie: Auf einer Party im letzten Sommer bin ich wenigstens zum zweiten Mal in meinem Leben ermutigt worden, die im Suff erzählten lustigen Geschichten von meinem Hasen irgendwo niederzuschreiben. Und das will ich versuchen, hier zu tun. Da es nicht immer neues vom blöden Hasen gibt, passt es vielleicht ganz gut, auch mal was über den seit diesem Jahr ernsthaft betriebenen Experimentalgarten zu schreiben. Auch hier passiert so manches.
Ich mache mir allerdings Sorgen darüber, dass es mir vielleicht nicht gelingen wird, den guten Party-Erzählfaden wieder aufzugreifen und weiterzuspinnen. Wir werden sehen ...